Vom Top-Manager zum Mahner für Nachhaltigkeit

Viele Menschen sind der Ansicht, dass gerade die Menschen, die hohe Positionen in erfolgreichen Unternehmen innehaben, bestrebt sind, Themen wie Umweltschutz und Nachhaltigkeit weit von sich zu schieben. Auf einige mag das durchaus zutreffen, doch es gibt auch zahlreiche Gegenbeispiele. Eins davon ist Klaus Wiegandt. Er war jahrelang Manager und Vorstandsvorsitzender der Asko AG und später der Metro AG. Mit 60 Jahren legte er 1998 sein Amt nieder und befasste sich fortan intensiv mit der Nachhaltigskeitsfrage. Im Jahr 2000 gründete er die Stiftung Forum für Verantwortung http://www.forum-fuer-verantwortung.de/. Ziel dieser Gruppierung war und ist die Förderung wissenschaftlicher Kolloquien und interdisziplinärer Diskussionen bezüglich der Verantwortung gegenüber der Umwelt. Mit Hilfe wissenschaftlicher Erkenntnisse sollen Handlungsoptionen aufgezeigt und gefördert werden. Dazu findet jedes Jahr ein interdisziplinäres Kolloquium statt, dessen Beiträge in der Reihe Forum für Verantwortung (S. Fischer Verlag) veröffentlicht werden.

Klaus Wiegandt hat parallel bisweilen mehrere Bücher verfasst, in denen er die Wichtigkeit von Nachhaltigkeit aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet.

  • Perspektiven einer nachhaltigen Entwicklung: Wie sieht die Welt im Jahr 2050 aus?, Fischer Taschenbuch Verlag
  • Was verträgt unsere Erde noch?: Wege in die Nachhaltigkeit, Fischer Taschenbuch Verlag
  • Kann unsere Erde die Menschen noch ernähren?: Bevölkerungsexplosion – Umwelt – Gentechnik, Fischer Taschenbuch Verlag
  • Mut zur Nachhaltigkeit: 12 Wege in die Zukunft, Fischer Taschenbuch Verlag
  • v.m.

Auch mit Ende siebzig denkt Herr Wiegandt nicht ans Aufhören. Seine Aussage: „Demokratie heißt, sich engagieren für seine Themen.“ zeigt klar auf, dass seine Arbeit nicht nur ein Job für ihn ist, sondern eine Berufung. Er handelt aus tiefster Überzeugung und mit geschärftem Bewusstsein. Laut Wiegandt ist das ein wichtiger Punkt, der jedoch von vielen Menschen nicht umgesetzt wird. Er wirft dem System vor, sich zu einer Wegwerfgesellschaft entwickelt zu haben, die dem Kapitalismus erlegen ist, anstatt nur das zu konsumieren, was auch wirklich benötigt wird. Er sieht die Problematik einzig und alleine in der Kultur in der wir leben: „Das Abholzen der Regenwälder hat nichts mit Technik zu tun, der Verlust an Biodiversität, die Ausbeutung der Ressourcen und Senken, das Problem von arm und reich – das sind keine technologischen Probleme.Er bezeichnet diese Punkte als kulturelle Probleme und solange diese existieren wird er nicht aufgeben, das Bewusstsein der Menschen in die richtige Richtung zu lenken und andere dabei zu unterstützen, dasselbe zu tun.