Meditation als Personalmaßnahme

Achtsamkeit ist auch bei großen Firmen wie Google kein unbekanntes Thema mehr. Längst haben Konzerne die Vorteile von meditierenden Angestellten erkannt und bieten nun immer häufiger Workshops, Seminare und Trainigseinheiten für ihre Mitarbeiter an. Dabei richten sich diese Programmpunkte an alle Ebenen, vom Topmanager bis zum kleinen Angestellten und werden von diesen nur zu gerne genutzt. Lange Wartelisten spiegeln eine ungeheure Nachfrage wieder und in manchen Firmen werden speziell für diesen Bereich neue Stellen geschaffen. SAP hat inzwischen beispielsweise eine Position mit dem Titel „Director Global Mindfulness Practice“ eingeführt, um der Nachfrage gerecht zu werden. Doch was bringt Meditation für den beruflichen Erfolg?

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In erster Linie dient die Meditation dazu, sich fallen lassen zu können, um besser zwischen Innen und Außen, zwischen Sinn und Unsinn unterscheiden zu können. Dafür ist es notwendig, über nichts nachzudenken. Selbst auf seine Körperhaltung oder Atmung darf man keine Gedanken richten. Ziel ist es, die Grenzen zwischen dem Ich und dem Rest der Welt aufzulösen und sich vollkommen zu entspannen. Von diesem Punkt ausgehend ist man in der Lage, sich besser zu fokussieren, Emotionen zu kontrollieren und Stress abzubauen. Mit Hilfe von Meditation kann die Kreativität und Problemlösungskompetenz erhöht und das Mitgefühl für andere verstärkt werden. Eine besondere Übung für das Fördern von Empathie ist beispielsweise die Loving-Kindness-Meditation. Bei dieser Übung soll man seinem Übungspartner tief in die Augen schauen und den Satz „May you be loved.“ sagen. Ziel der Übung ist es, zu spüren, dass uns mit allen Menschen mehr verbindet, als uns trennt und sie als vollwertige Menschen wahrzunehmen und zu bestärken. Das stärkt unsere sozialen Bindungen und wir selbst werden glücklicher.

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Meditation soll uns helfen, in der Gegenwart anzukommen, und die Wirklichkeit entspannter zu betrachten. Messungen zeigten einen spürbar positiven Einfluss unter anderem auf das Engagement der Mitarbeiter, das Vertrauen in Führungskräfte und die Anzahl der Fehltage. Somit ermutigen Konzerne wie Google, seine Mitarbeiter schon lange zum kollektiven Meditieren. Um das Ganze nicht so esoterisch klingen zu lassen, spricht man jedoch eher von einem wissenschaftlich basierten „Training für mentale Stärke“.