Die Wirkung von Nachhaltigkeit auf den Umsatz

Nachhaltigkeit ist seit mehreren Jahren ein immer wichtiger werdendes Thema in der Gesellschaft. Insbesondere im Zuge des Klimawandels werden Ressourcen-Schonung und Abfallvermeidung von vielen Unternehmen erwartet. Auch Themen wie beispielsweise die Arbeitsbedingungen in Schwellenländern rücken regelmäßig in den Fokus des öffentlichen Interesses. Verantwortung für die Umwelt, seine Mitmenschen und zukünftige Generationen zu übernehmen wird immer populärer. Inzwischen wird Nachhaltigkeit weit über den Lebensmittel- und Textilienmarkt hinaus gefordert. Doch nicht einmal die Hälfte der Unternehmen hält Nachhaltigkeit für umsatzfördernd. Es gibt kaum seriöse Marktforschung, die die Wirtschaftlichkeit für Nachhaltigkeit aufzeigt. BIESALSKI & COMPANY haben aus diesem Grund kürzlich eine großangelegte Studie zu eben dieser Fragestellung durchgeführt. Sie wollten prüfen, inwiefern Marken durch Nachhaltigkeit in Vertrieb, Marketing und Produktentwicklung ihren Wert steigern können. Dabei gingen sie davon aus, dass die Reputation eines Unternehmens auf einem gesättigten und ausdifferenzierten Markt durch Nachhaltigkeit gesteigert werden kann, welches zu einem Mehrwert der Marke und einer durch Vertrauen gesteigerten Kaufmotivation bei den Kunden führt und somit wiederum den Umsatz erhöht. Um diese These zu belegen, wurde eine Onlinebefragung von über 8000 Konsumenten durchgeführt, bei der Fragen zu Botschaft, Wahrnehmung, Einstellung, Verhalten und Wertschöpfung zu insgesamt 104 Unternehmen aus 16 Branchen gestellt wurden. Aus den Antworten wurde jeweils der sogenannte Sustainability Value Score (SVS) berechnet. Dieser gibt an, welchen Einfluss das Nachhaltigkeitsimage auf den Unternehmensumsatz hat.

Aspekte der Nachhaltigkeit aufgeteilt in Bereiche der Ökologie, Ökonomie und Soziales nach BIESALSKI & COMPANY

BIESALSKI & COMPANY fanden heraus, dass Nachhaltigkeit für den Umsatz einzelner Branchen eine größere Rolle spielt als für den anderer. Dies erklärten sie durch die unterschiedliche Präsenz der Nachhaltigkeitsfrage in unterschiedlichen Sparten. Beispielsweise in der Telekommunikationsindustrie ist das Thema Nachhaltigkeit weniger präsent, als bei der Herstellung von Babynahrung und kann somit auch weniger zur Kaufentscheidung beitragen. Dies würde sich jedoch durch eine bessere Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden ändern lassen und eine weitere, umsatzfördernde Sparte öffnen. Die Studienleiter bezeichneten faktische Nachhaltigkeit, die nicht an die Kunden herangetragen wird als großen Pool von ungenutztem Kapital, dass das Potential hat, mit wenig Aufwand und in kurzer Zeit eine hohe Umsatzsteigerung zu erzielen. Des Weiteren stellten sie heraus, dass der durch Nachhaltigkeit generierte Umsatz immer additiv ist, welches das Konzept als differenzierenden Faktor zwischen konkurrierenden Unternehmen besonders interessant macht. Dabei solle jedoch jede Firma beachten, dass nicht nur Nachhaltigkeit allein das Konsumverhalten von Menschen bestimmt, sondern neben Preis und Qualität eine weitere Motivation für eine Kaufentscheidung darstellt. Allerdings kann gerade auf einem gesättigten Markt diese weitere Motivation den Reputationsvorteil gegenüber der Konkurrenz ausmachen, der zu einer erfolgreicheren Bilanz führt.

Quelle: http://www.biesalski-company.com/cms_content/download/Studienband_Sustainability_Value_Score_2016.pdf